So heute gibts mal ein Abfallchübbel-Eintrag. Alles was sich in den letzten Monaten anstaute aber nicht in einen Blogeintrag gepasst hat, folgt nun.
Dann fange ich einfach mal mit dem Internet an. Die Schwedische Toplevel-Domain wäre eigentlich “.se”. Zum Beispiel www.spotify.se. Viele Firmen benutzen aber eine andere Toplevel Endung, und zwar: “.nu”! Nu heisst auf Vikingerisch: Jetzt. Da daraus interessante Namen gebildet werden können, wird die domain entsprechend gern verwendet. Nu steht eigentlich für das Land Niue, welches eine isolierte Koralleninsel im Südpazifik ist und in der Nähe von Tonga, 2400 km nordöstlich von Neuseeland liegt. Wegen der in Skandinavien beliebten Domain stehen auf der Insel 900 Internet-Usern 382600 Hosts gegenüber
. So, fertig gegeekt.
Weil ich schon Spotify erwähnt habe: Spotify ist etwa das beste was es seit Napster gegeben hat. Dies ist eine Software mit der man gratis Musik hören kann und hier in Stockholm entwickelt wurde. Man sucht im Programm einfach nach einer Band und kann in den meisten Fällen deren ganze Discografie unentgeltlich hören. Sozusagen iTunes, mit einem unglaublichen Angebot und gratisser. Und das keiben Programm kann also wirklich viel. Zum Beispiel schweizer Musik: die Band frantic kommt aus Wil, SG, Schweiz und spielt auf Weltbühnen wie Sulgen, Eschlikon, Frauenfeld und Wildhaus………aber: und ihr ahnt es…….. sind in spotify hörbar. Das ganze hat eifach einen ganz grossen Haken, spotify ist nur in gewissen Ländern vorhanden. Und die Schweiz ist leider nicht dabei.
Themawechsel. In Schweden sind Noten und vor allem Münz ziemlich out: Plastikgeld ist der neue Stutz!!! Etwa jeder Schwede hat eine Kreditkarte, die auch rege genutzt wird. Man kann so ziemlich überall mit Karte zahlen, und sei es nur ein Kaugummi-Päckchen am Kiosk. Die Karte zückt man im Restaurant, an der Bar, sowieso in allen Läden und mich würde nicht verwundern, wenn in der Kirche die Kollekte per Karte bezahlt wird. Da ich nicht ein fleissiger Kirchgänger bin, kann ich das aber nicht bestätigen.
Die meisten Leute haben aber nicht eine richtige Kreditkarte, sondern haben eine Karte auf der zwar Visa draufsteht, aber nicht wirklich Visa ist. Die Knete wird nicht am Ende des Monats von der Kreditkartenfirma in Rechnung gestellt, sondern wird direkt von Konto abgebucht. Sozusagen eine EC-Karte. Kreditunternehmen haben wohl gemerkt, dass es nicht sehr gut kommt wenn 7 Tage die Woche einkaufen kann und die ganze Nation auf Pump lebt. Zum Thema passt auch das: SMS Darlehen. Man sendet ein simples SMS an eine Kreditfirma und bekommt in wenigen Minuten bis zu 500 Franken auf sein Bankkonto. Der ganze dienst kostet etwa 75 Franken und die Kohle muss innert 30 Tagen zurückbezahlt sein. Viele jugendliche stürzen sich so in die Schuldenfalle und nehmen neue SMS Kredite auf um Gebühren älterer Darlehen zu bezahlen.
Bleiben wir beim Thema Geld und Verschuldung. Mediamarkt ist auch in Schweden vertreten und wirbt auf eine ganz perfide Art und Weise. Die Werbungen sehen genau gleich aus wie in der Schweiz, aber die Preise sind extreeeeeem viel tiefer. Wenn man das Inserat mal genauer betrachtet und dem Sternli zum Kleingedruckten folgt, stellt sich das vermeintlich gute Angebot als ziemlicher Betrug raus. Der Preis wird als monatliche Abzahlrate über 24 Monate angegeben. Arg.
Und noch mehr Geld: unsere Schweizer Banken stehen ja zur Zeit ein bisschen im Abseits. Zudem sind sie nicht gerade bekannt für kundenfreundliche Öffnungszeiten. Hier in Schweden ist das aber noch eine Spur krasser. Die Banken haben zwischen 10 Uhr morgens und 4 Uhr abends offen. Die wollen wahrscheinlich einfach nicht zu viele Kunden und zwingen die Kunden Internetbanking zu benutzen. Wäre ja schön, weil ich Ausländer bin, wollten sie mir das nicht geben. Säcke. Eine weitere Besonderheit ist das ganze System. Man erwartet eigentlich von einer Bank, dass die mit Geld handelt. Als ich das erste mal in der Bank war, ist mir aufgefallen wie wenig die Schalter geschützt sind: kein Panzerglas, keine Kameras,…. Das hat auch einen guten Grund. In den Banken ist eifach nichts zu holen, denn die meisten Bankfilialen in Schweden sind bargeldlos. Also keine Einzahlungen, Auszahlungen, Geldwechsel,…. sondern nur Beratung
.
Dass richtiges Geld hier nicht so populär ist, zeigt sich auch im Supermarkt an den Kassen. Wie schon erwähnt, zahlen die meisten Leute mit Plastik. Kommt man trotzdem auf die komplett bescheuerte Idee mit Noten oder sogar mit Münz zu zahlen (zB als Tourist), macht man beim Bezahlvorgang bestimmt was falsch. Man gibt nämlich der Verkäuferin nur die Noten. Das Münz muss in den Schlitz eines Geldzählautomaten (CashGuard) gesteckt werden. Dieser Automat gibt dann auch allfälliges Wechselgeld in Münz zurück. Eigentlich sehr praktisch für die Verkäuferin, so entfällt das mühsame Münz zählen.
CashGuard
Genial ist auch die Preisbeschriftung in den Läden. Die Produkte sind zwar nicht mit dem Preis angeschrieben, aber wenigstens sind die Regale super beschriftet (zumindest im Supermarkt meines Vertrauens: maxiICA). Neben dem Preis steht für jedes Produkt der Liter-, kg-, oder Stückpreis. Das ist genial um Preisvergleiche anzustellen. Man steht vor einem riesen Regal mit ähnlichen Produkten und muss nur alle Preisschilder anschauen. In windeseile hat man das billigste Produkt. Ich bin schon oft erschrocken, wie gross die Preisdifferenz bei gewissen Produkten ist.
So, nun komme ich zu einem Weihnächtlichen Thema. In der Weihnachtszeit hat der RFSU: Riksförbundet för sexuell upplysning (Schwedischer Verband für Sexualaufklärung) lustige Werbungen in Stockholm aufgehängt. In seinem Sack hat der rüstige Mann in Geschenkpapier verpackte Sexleksaker dabei
Sexy Santa: dieses Jahr werden Weihnachten sexier
In der Weihnachtszeit fand ich im Supermarkt auch folgendes Bild. Beim ersten Blick dachte ich, warum zum Geier verkaufen die Schweden in der Weihnachtszeit Lindt-Osterhasen. Beim genaueren betrachten fand ich dann heraus, dass das keine Hasen, sondern Rentiere sind. Das erkennt man ganz genau am Geweih
. Ich hege den schweren Verdacht, dass Lindt Schoggihasen einfach in Rentier-Folie verpackt und diese dann so verkauft.
Schoggi-Rentiere
Unterdessen ist Osterzeit und nun verkaufen sie die richtigen Lindt Schoggihasen. Da zwischen der Weihnachtszeit und der Osterzeit nun schon einige Monate vergangen sind, stands auch um meine Frisur nicht zum besten. Wie Kollege Keller habe ich das Abenteuer Coiffeur-Besuch-im-Ausland auf mich genommen. Viel zu sagen gibts eigentlich nicht. Das liebe Fräulein hat Farsi und Schwedisch gesprochen, ich konnte mich auf Deutsch, Englisch und Französisch unterhalten. Da die Schnittmenge nicht wirklich gross ist, haben wir uns 20 Minuten ganz freundlich angeschwiegen
.
Zu einer ganz anderen aber trotzdem nicht weniger speziellen Erfahrung. Wie ich in einem der ersten Posts berichtet habe, besuchte ich einen Lindy Hop Tanzkurs. Hier in Schweden ist es üblich nicht mit einem festen Partner zu tanzen. All paar Minuten wechselt man also die Partnerin. Einmal folgte keine Partnerin, sondern es stand plötzlich ein Mann vor mir. Dann suchte ich mal zuerst die nächste Partnerin, bis mir der Herr erklärte, dass er den weiblichen Part tanzt. Ups. Tja, im Nachhinein kann ich sagen, dass mit einer Frau zu tanzen einfach angenehmer ist.
Ich glaube ich habe auch mal geschrieben, dass ich für ein paar Wochen einen Schrittzähler verwendet habe, um meine Bewegungsaktivität mal zu prüfen. Das Resultat blieb ich euch aber schuldig. In 15 Tagen habe ich 174’671 Schritte gemacht. Das sind etwa 11’500 Schritte pro Tag. Ich war ziemlich erstaunt. Man muss aber fairerweise auch erwähnen, dass ich an einigen Tagen mit Gästen durch Stockholm gebummelt bin und so einige Kilometer zurückgelegt haben. Unterdessen sitzte ich nur noch vor dem Kompi und lege wahrscheinlich weniger als 5000 Schritte pro Tag zurück.
Und jetzt komme ich noch zu Transport-Themen. Etwa das erste was mir hier auf den Strassen aufgefallen ist, sind die vielen Chinesischen (Volvo) und Holländischen (Saab) Autos. Tatsächlich gibt es hier seeeeeehr viele von denen. Das macht auch Sinn so einen Schwedenpanzer (Volvo) zu fahren, sonst würde man bei einem Crash mit einem Elch ziemlich alt ausehen.
Was an vielen Autos aber auffällt, sind riiiiiiesen Lichter am Kühlergrill.Ehrlich gesagt weiss ich nicht genau für was die gebraucht werden. Ich kann mir aber vorstellen, dass man damit besser durch das Schneegstöber im arktischen Skandinavien donnern kann. Vielleicht sind die auch nur da um Elche und Rentiere zu erschrecken
“Überbelichteter “Schwedenpanzer
Mitte Dezember ist in Stockholm etwas sehr fragwürdiges passiert. Eine Firma wollte eine Erdwärmeborhung für ein Hotel bohren. Die Bohrung wäre eigentlich 220 Meter tief geplant gewesen. Nach 20 Metern durchbrach der Bohrer einen U-Bahn-Schacht und prompt raste eine Metro in den Bohrkopf. Glücklicherweise wurde bei diesem Unfall niemand ernsthaft verletzt. Ich frag mich aber schon, wie man eine Erdwärmebohrung durchführt und nicht weiss wo die Metro durchgeht. Die Metrolinien sind sogar auf jedem Touristen-Stadtplan eingezeichnet.
Metrocrash der etwas speziellen Art
Gilt zwischen 11-24 sowie (11-24) und 11-24 ???






30. März 2010 um 22:42 |
minere meinig no din beste blogitraag
freu mi bis du wieder do bisch!!!
31. März 2010 um 08:35 |
haha bisch voll am ufruume? sehr viel interessanti sache, noed schlecht dass dir das alles wieder igfalle isch

meinsch werded volvo etzdenn chinesepanzer gnennt? und mues de schorsch echt etzdenn chinesisch lerne? apropos chinesisch und coiffeur: meine friseuse hat mir zu verstehen gegeben, wenn ich chinesisch lernen will soll ich mir doch einfach eine chinesische freundin suchen, eine die kein englisch kann. ich WILL aber gar kein chinesisch lernen
Ahja, und was bedeutet Sexleksaker? Toent zimlich obszoen!
Gruess an fuess
31. März 2010 um 14:55 |
@samuel: das verzellsch mier natürlich wider mal nid… ts ts
@marco: kuhle blog, das mit de erdwärmibohrig isch ja voll krass! Hoffe du chasch dich wider guet iläbä da ide schwiz…