Heute machte ich einen Abstecher über den Öresund nach Dänemark. Genau gesagt in die Dänische Hauptstadt Kopenhagen. Die Stadt hat etwa eine halbe Million Einwohner und zählt zu den wichtigsten Städten in Nordeuropa.
Geschichtslektion à la Wikipedia:
Im 12. Jahrhundert wurde am Øresund eine Burg errichtet, die einen kleinen Handelshafen. Entsprechend erhielt auch die mit der Burg neu gestaltete Siedlung den Namen Køpmannæhafn („Kaufmännerhafen“). 1254 erhielt das junge Kopenhagen von Bischof Jakob Erlandsen sein erstes Stadtrecht, allerdings wurde die Stadt in den Jahren 1362 und 1368 als unliebsamer Konkurrent der Hanse zusammen mit der Burg zerstört. Die Entwicklung ließ sich jedoch nicht mehr aufhalten: 1416 wurde die wiederaufgebaute Stadt Residenz des Königs. Von 1658 bis 1659 hielt die Stadt einer Belagerung stand, während das übrige Dänemark von den Schweden vollständig besetzt war. Im 18. Jahrhundert starb nach Pest und Seuchen ein Drittel der Stadtbewohner. 1728 sowie 1795 wüteten zwei Stadtbrände. Der Wiederaufbau führte zur heutigen, vom Baustil des 18. Jahrhunderts geprägten Altstadt. 1848 zwangen öffentliche Demonstrationen in Kopenhagen König Frederik VII. zu Reformen und dem Erlass eines Grundgesetzes. Mit den nationalen Spannungen und Dänemarks Verlust von Schleswig und Holstein im Krieg von 1864 verließen auch viele deutschsprachige Beamte und Kaufleute die Stadt, die sie bis dahin jahrhundertelang mitgeprägt hatten.
Vom Bahnhof machte ich mich auf Richtung Rathaus, zur alten Universität, zum Rosenborg slot, zur Amalienborg und dann zum Kastell.
Hauptbahnhof Kopenhagen
Axeltorv Gebäude am Axeltorv
An diesem Platz befindet sich auch der Zirkus
…und ebefalls dieses sehr spezielle Kino (Palads)
Gegenüber vom Hauptbahnhof liegt der Tivoli, einer der ältesten Freizeitparks der Welt. Weil der aber erst in 15 Tagen öffnet, gibts halt keine Fotos.
Ny Carlsberg Glyptotek ist ein Museum, das antike Skulpturen des Mittelmeerraums wie die Ägyptens, Roms und Griechenlands beherbergt
Die Feuerwehr
Der Rathausplatz (Rathaus rechts wurde 1905 eingeweiht). Der Rathausturm ist mit 105,6 Metern Dänemarks höchster Turm. Hier befinden sich auch der Anfang der Einkaufsstrassen Strøget und Strædet. Sie bilden mit über einem Kilometer Länge eine der längsten Fussgängerzonen Europas. Unterwegs befindet sich der Nytorv
Der Nytorv mit dem Domhus (Säulen)
Vor Frue Kirke (1829)
Die Sankt Petri Kirke ist die älteste erhaltene Kirche in der Kopenhagener Innenstadt. Turm, Mittelschiff und Chor stammen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.
Die Universität Kopenhagen wurde im Jahr 1479 gegründet und ist damit nach der Universität Uppsala die zweitälteste Hochschule in Skandinavien
Weiter nördlich liegt der 34.8 Meter hohe Runde Turm (Runde Tårn).An den Turm schließt sich die Dreifaltigkeitskirche (Trinitatis Kirke) an.
Ein 209 Meter langer, stufenloser Wendelgang führt auf diesen zwischen 1637 und 1642 erbauten Aussichtsturm hinauf.
Panorama vom runden Turm
Das Schloss Rosenborg (Rosenborg Slot) wurde 1607 bis 1617 als Sommerresidenz für Christian IV erbaut. Links davon befindet sich die Kaserne
Staatliches Museum für Kunst
Die Frederikskirche (Frederikskirken), auch Marmorkirche genannt, ist ein von Nicolai Eigtved entworfenes und 1740 begonnenes, 84 m hohes Gotteshaus mit einer 45 m hohen, freskengeschmückten Kuppel, eine der größten Europas und ein Abbild des Petersdoms in Rom. Geldmangel führte zu einer längeren Baupause. Erst durch die finanzielle Unterstützung eines Großindustriellen konnte die Kirche 1894 fertiggestellt werden. Im Inneren sind Denkmäler bedeutender kirchlicher Persönlichkeiten, wie Moses oder Martin Luther, aufgestellt.
Marmorkirche
Unmittelbar neben der Kirche befindet sich das Schloss Amalienborg. Das Schloss, in dem die Königin lebt, wurde 1749 bis 1760 errichtet und besteht aus vier gegenüberliegenden Palästen. In der Mitte des großen, achteckigen Schlossplatzes (Amalienborg Plads) steht das Reiterstandbild Frederiks V. Jeden Mittag um zwölf Uhr findet hier die Wachablösung der Garde statt. Das war sooooo langweilig
Schloss Amalienborg
Nördlich von Schloss Amalienborg erstreckt sich das Kastell (Kastellet), ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigung.
Kastel
Kirche am Wassergraben vom Kastell
Unterhalb der Festungswälle verläuft die Promenade Langelinie, die direkt zur kleinen Meerjungfrau führen würde. Die 1,25 Meter große Kleine Meerjungfrau (dän. Den lille Havfrue) ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt und wurde 1913 eingeweiht. Ich fand eigentlich schon immer komisch, warum eine einzelnde Statue ein Wahrzeichen sein kann und von dermassen vielen Leuten fotografiert wird. Glücklicherweise wurde mir die Entscheidung, ob ich auch ein Foto machen soll oder nicht, abgenommen. Ende März 2010 wurde die Figur von ihrem angestammten Platz entfernt, um von Mai bis Oktober desselben Jahres im dänischen Pavillon auf der Expo in Shanghai ausgestellt werden zu können. Darum müsst ihr euch nun halt mit einer anderen Jungfrau begnügen:
Die kleine Meerjungfrau
Nach der herben Enttäuschung weil die Meerjungfrau nicht dort war, marschierte ich in die Stadt zurück. Den nächsten Stop legte ich beim Kongens Nytorv ein, wo man eine wunderschöne Sicht auf den Nyhavn hat.
Nyhavn: so muss doch Skandinavien einfach aussehen
Nachdem ich mich an der schönen Aussicht ergözt habe, schwenkte ich wieder in die lange Einkaufsstrass ein und besichtigte entlang der Strasse was ich bis anhin noch nicht gesehen hatte.
Königlich Kopenhagen bezeichnet die Manufaktur der Königlichen Porzellanfabrik in Dänemark (in Dänisch: Den kongelige Porcelænsfabrik) und das von dieser hergestellte Porzellan.
Die Helligånds Kirke wurde im 14. Jh. gebaut und war Teil des Heiliggeistklosters, in dem sich Priester und Ammen um Kranke und Findelkinder kümmerten.
Die Uralte St. Nikolaj Kirche hat seit 2006 einen neuen Zweck. Sie dient nun als Kunstausstellung. Sehr speziell
Nun wechselte ich auf die Insel Slotsholmen, auf welcher das Christiansborg Slot beheimatet ist. Das Schloss Christiansborg (Christiansborg Slot), das seit 1918 Sitz des Parlaments ist, befindet sich an der Stelle der von Bischof Absalon im Jahre 1167 erbauten ersten Burg Kopenhagens. Der heutige Gebäudekomplex mit dem 90 Meter hohen Schlossturm entstand während einer mehr als zwanzigjährigen Bauzeit in den Jahren 1907 bis 1928. An der Nordseite des Schlosses steht die 1826 vollendete klassizistische Schlosskirche (Slotskirke).
Christiansborg Slot
Unmittelbar neben dem Schloss Christiansborg befindet sich die Kopenhagener Börse (Børsen). Dieser Renaissancebau entstand zwischen 1619 und 1640 und ist mit seinem 54 Meter hohen Turm in Form von verschlungenen Drachenschwänzen ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Bis 1974 diente das Gebäude dem ursprünglichen Zweck als Kopenhagener Börse.
Börse
Ebenfalls neben dem Schloss liegt die Königliche Bibliothek Dänemarks, die Nationalbibliothek.
Holmens Kirke war seit 1562 eine Ankerschmiede der militärischen Dockeinrichtungen, bevor das Gebäude 1619 zu einer Kirche für die Angehörigen der Königlichen Marine umgewandelt wurde. Nach Erweiterungen im 17. Jahrhundert wurde 1705-08 die Kapelle hinzugefügt. 1967 heiratete hier Königin Margarethe II
Holmens Kirke
Andere Gebäude auf Slotsholmen
Nachdem ich so ziemlich alles auf Slotsholmen angeschaut habe, machte ich mich auf zur nächsten Insel. Von der Börse führt eine interessante Klappbrücke zur im Stadtteil Christianshavn gelegenen Erlöserkirche (Vor Frelsers Kirke). Diese barocke Kirche aus den Jahren 1602 bis 1692 besitzt den mit 93 Metern zweithöchsten Turm Kopenhagens.
Vor Frelsers Kirke
Auf Chrisitanshavn steht aber noch eine viel interessantere Sehenswürdigkeit. Die Freistadt Christiania (auch Das freie Christiana) ist eine „alternative“ Wohnsiedlung im Kopenhagener Stadtteil Christianshavn, die seit 1971 besteht. Das ehemalige Militärgelände der Bådsmandsstrædes-Kaserne umfasst ein 34 Hektar großes Gebiet auf den historischen Wallanlagen der Stadt. Von ehemals einigen Tausend Hippies, Aussteigern, Anarchisten und sonstigen Lebenskünstlern blieben heute rund 900 Menschen, teils nunmehr in der zweiten und dritten Generation. Die Bewohner betrachten sich selbst als in einer Freistadt lebend, die sich unabhängig von den staatlichen Behörden verwaltet. Sie haben jedoch ihre eigenend Gestze aufgestellt. Die wichtigsten Regeln sind:
* Keine harten Drogen
* Keine Rockerwesten mit Klubabzeichen
* Keine Waffen
* Keine Gewalt
Mir machte die ganze Szenerie einen recht friedlichen Eindruck. Es lag eine Art Openair-Sangalle Stimmung in der Luft: Musik, Alkohol, Drogen. So werden zum Beispiel auf der “Hauptstrasse” offen Haschisch und Marihuana angeboten. Und das nicht gerade in kleinen Mengen. Natürlich ist das der rechts-bürgerlichen Regierung ein Dorn im Auge und versucht per Staatsgewalt Christiania zu räumen. Dies ist jedoch kein leichtes Unterfangen und ist bis jetzt nicht gelungen.
Haupteingang zu Christiania…
…und Ausgang
Christiania
Auf der Pusherstreet wo die weichen Drogen verkauft werden herrscht striktes Fotoverbot. Auf Wikipedia habe ich dieses Foto trotzdem gefunden.
































