Letzter Tag in Schweden

Am Freitag bin ich nach meinem Skåne-Trip um 8 Uhr Abends in Stockholm angekommen. Da ich mein Zimmer schon Ende März abgeben musste, durfte ich die letzte Nacht auf dem kuschelig-ungemütlichen Boden in Chris‘ Zimmer schlafen. Chris kommt aus München und hat mich gefragt, ob ich mit ihm in den Fasching Jazz-Club an ein Konzert komme. Dieser Club wurde 1977 gegründet. Nachdem ich in den letzten 2 Wochen fast alles nachgeholt habe, dass ich in Schweden tun wollte, war ein Fasching-Besuch etwa das letzte auf meiner To-do-Liste in Stockholm. Darum bin ich vom Bahnhof direkt zum Fasching gegangen und habe mit Chris ein super Jazz-Konzert genossen.

Nach dem Konzert sind wir in eine Bar gegangen, die von sich behauptet 500 Biersorten im Angebot zu haben. Ich habe mich für ein Bornem Dubbel aus Belgien entschieden. Nach dem ersten Schluck entdeckte ich ziemlich viel Satz am Boden des Glases. Das kam mir suspekt vor und darum suchte ich das Ablaufdatum auf der Flasche: 17.12.2007. Aha. Der Bartender meinte, dass sei bei Belgischen Bieren normal: je älter das Bier, umso mehr Geschmack. Wie beim Wein. Zum Beweis zeigte er mir das gezapfte Bier: Expiry date 2006. Jawohl. Hmm, ich war ein bisschen misstrauisch. Zu Hause schaute ich dann im Internetz nach, ob das auch stimmt. Und tatsächlich, belgisches Bier ab 5 vol-% kann ziemlich lange trinken. Was dann aber das Ablaufdatum auf den Flaschen soll, verstehe ich nicht ganz. Auf alle Fälle habe ich das Bier ohne Verdauungsprobleme überlebt.

Nach einer recht harten Nacht auf dem Boden brachen wir am Morgen bei perfektem Wetter auf nach Lidingö. Eine kleine Eisenbahn, Lidingö-Bana genannt, fährt auf diese Halbinsel im Norden von Stockholm.

In Lidingö genossen wir die wunderschöne Aussicht auf die Schären bei perfektem Wetter mit Sonnenschein und ziemlich frühlingshafter Temperatur.

Blick in die Ferne

Tax-Free-Fähre

Älterer Herr und Philipp und seine Freundin

Da nur rumsitzen ziemlich langweilig ist, machten wir eine kleine Wanderung durch das Hochgebirge auf Lidingö. Das war für uns alpenerprobte Zeitgenossen natürlich kein Problem, trotz widrigen Umständen mit glitschigen steilen Felsen und „Schneefeldern“.

Lidingö’er Hochgebirge

Auf der Bergspitze haben die Bonzen von Stockholm ihre Paläste erbaut

Beim Abstieg habe ich dann noch ein hübsches Souvenir gefunden: eine Schwedenflagge, die ein Schiff verloren hatte. Die wird nun meine zukünftige Wohnung schmücken.

Am Wasser fanden wir auch diese Kunstwerke:

My precious

Den Tag rundeten wir bei einem hässlich bitteren Filter-café in der Sonne ab.

Friede, Freude, Eierksuchen

Am Bahnhof stach mir dann noch dieses Plakat eine Kinderhilfswerks ins Auge:

Ernst Kirchsteiger wurde neulich in Sierra Leone geboren. Er hat ein 26%-iges Risiko seinen fünften Geburtstag nicht zu erleben.

Am Abend machte ich mich dann richtung Flughafen auf. Die Option mit dem gratis ÖV dorthin zu gelangen war nicht mehr möglich, da die Zeit zu knapp war. Darum entschied ich mich für den verdammt teuren (35 Stutz) aber schnellen Arlanda-Express. Timing war perfekt: in 10min sollte es los gehen. Als der Zug endlich ankam, wurde mir mitgeteilt, dass der Zug gestrichen wurde. Ja super. Drecksfirma. Schnell Ticket zurückerstatten und zum Flughafenbus rennen.

10min 30min Wartezeit.

Der fuhr mir grad vor der Nase ab. 15min warten. Der Bus hat 40min und Last-Check-in-Time ist in 35min. Das wird knapp. Am Flughafen waren sie dann aber so lieb und nahmen mein Gepäck mit 6kg Übergewicht und sogar mein Unihockey-Schläger als Spezialgepäck noch entgegen. Glück gehabt.

Auf dem Weg zum Flughafen konnte ich nun endlich noch ein Foto vom speziellsten Hotel am Flughafen schiessen: ein umfunktionierter Jumbo-Jet

Jumbo-Hotel

Meine letzten Augenblicke in Schweden waren wunderschön und ich werde mich gerne an die gute Zeit erinnern die ich hier erleben durfte.

„Flygplan mot Zürich. Tag plats! Se upp för dörrarna! Dörrarna stängs!“

Goodbye Sverige, Schweiz ich komme!!!

Damit endet nun mein Schweden-Blog. Vielleicht gibt es ja irgendwann wieder eine Fortsetzung aus einem anderen Land.

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