Archive for the ‘Sierra Leone’ Category

Una de lan krio

17. September 2008

Peace Corps Krio Language Manual, Revised Edition 1985, 229 pages, 7.81mb

Viel Spass damit!

Advertisements

A de go Salone (Krio: Good bye Sierra Leone)

13. September 2008

Meine Zeit hier in Sierra Leone geht leider heute schon zu Ende. In den vergangen 2 Monaten hat „Mister Marco“ sooooo viel neues erlebt. Ich habe…

  • …63 Tage hier verbracht
  • …viele nette Leute kennengelernt
  • …neues Essen probiert
  • …unter komplett anderen Bedingungen gelebt
  • …tausende Fotos geknippst
  • …ein bisschen Krio gelernt
  • …ueber 2500km auf zum Teil uebelsten Strassen zurueckgelegt
  • …den europaeischen Luxus zu schaetzen gelernt
  • …das warme Klima genossen
  • …3kg abgenommen
  • …meine Eindruecke in 32 Beitraegen niedergeschrieben

Mr. Marco’s Eroberungskarte

Obwohl ich 2 Monate Zeit hatte, war die Zeit zu kurz. Auf der Karte gibt es zu viele „weisse Flecken“. Ich moechte noch viel mehr vom Land sehen. Darum werde ich bestimmt noch einmal im Leben nach Sierra Leone reisen. Ich kann das Land fuer Reisebegeisterte waermstens empfehlen. Die Leute sind extrem lieb und lieben Auslaender, es ist sicher alleine herumzulaufen, man wird nicht die ganze Zeit belaestigt wie in anderen Laendern, die Straende sind paradiesisch und menschenleer, ….

Reist nach Sierra Leone und ueberzeugt euch selbst.

A de go, Salone! A de kam, Salone!

FREEtown

12. September 2008

Mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich noch nie ueber Freetown geschrieben habe. Darum muss ich das halt zum Schluss noch nachholen. Also, Freetown ist Sierra Leones Hauptstadt. Es Leben rund 1 Million Menschen hier.

Frei aus Lonely Planet West Africa uebersetzt: Die Region wurde frueher von den verschiedenen Staemmen bewohnt. 1787 kamen dann die ersten Siedler aus aus London (rund 300 Ex-Sklaven und 100 europaeische Prostituierte) und gruendeten eine „Provinz der Freiheit“, das heutige Freetown. Innert 3 Jahren rafften aber uber 90% der Personen wegen Krankheiten und Kaempfen mit den Eingeborenen dahin. 1792 kamen dann weitere 1200 Ex-Sklaven aus Amerika und noch spaeter 550 aus Jamaica. 1808 uebernahm die Britische Regierung die Stadt und erklaerte Freetown als Kolonie. Zu dieser Zeit wurde in Grossbritannien die Sklaverei abgeschafft. In den folgenden 60 Jahren versuchten britische Schiffe entlang der Westafrikanischen Kueste den Sklaventransport nach Amerika zu stoppen. Freetown wurde ein Depot fuer befreite Sklaven. Freetown wurde ein Schmelztigel verschiedenster Rassen und Kulturen. 1850 zaehlte Freetown ueber 100 verschiedene Ethnien. Mit der Zeit gabs immer mehr Vermischung und daraus entstand die Rasse der Krios. 1961 wurde dann Sierra Leone in die Unabhaengigkeit entlassen. Danach gings eigentlich nur noch abwaerts: ethnische Spannungen, Korruption, Misswirtschaft, Inflation, Militaercoups, Buergerkrieg,…

Mir gefaellt die Stadt extrem gut. Es hat sehr viele uralte Haeuser aus der Kolonialzeit. Leider sind die meisten am zerfallen. Wuerde man die Stadt ein bisschen rausputzen und renovieren, waere Freetown meiner Meinung nach einer wunderschoende Stadt. Leider fehlt das Geld.

Spuren der Zeit

Das bekannteste Wahrzeichen ist wohl der Cotton-Tree im Zentrum von Freetown. Er ist mindestens 220 Jahre alt. Er stand naemlich schon, als die ersten Siedler in Freetown ankamen.

Der riesige und uralte Cotton-Tree. Daneben befindet sich das wunderschoene Gerichtsgebauede. Dieses sollte man ohne Erlaubnis auch nicht fotografieren.

St. George’s Cathedral wurde 1828 fertiggestellt.

Der Big Market. Hier werden alle moeglichen Souvenirs und einheimischen Produkte verkauft. Von hier kommen dann wohl 90% meiner Souvenirs…

Eine riesengrosse alte Schule. Leider am verlottern.

Der ClockTower. Ich befinde mich im Stau auf der Kissy Road. Diese verbindet den Osten mit dem Westen der Stadt und ist den ganzen Tag chronisch verstopft. Mein Arbeitsweg betraegt oft 1.5 Stunden. Wie man feststellt, ist die Sonne am untergehen. Also ist es nach 7 Uhr.

Ganz alte Kolonialhaeuser auf den Huegeln von Freetown bei Hill Station. Hier wohnten die Weissen weil das Klima dort oben angenehmer war.

Der „Bahnhof“. Die Bahn gibts in Sierra Leone schon lange nicht mehr. Darum wird die Station jetzt als Busabfahrtsstelle verwendet.

Endspurt

11. September 2008

In den letzten Tagen war richtig nix mehr los im Buero. Ich habe nur die Zeit totgeschlagen und haben an meinem Blog geschrieben. Wenigstens etwas produktives. Ich bin aber nicht der einzige Student, dem es gleich geht. Betrachtet man Nils Blog, stellt man fest, dass ein Grossteil seiner Arbeitszeit fuer die Erstellung neuer Eintraege draufgeht. But no problem, small small. Zeit ist in diesem Land genug vorhanden.

Heute ist sowieso mein letzter Arbeitstag. Es wird nicht mehr viel von mir erwartet. Noch ein bisschen rumlaufen, Fotos schiessen, sich von den Leuten verabschieden und immer wieder die Leute erinnern, dass ich am Abend mein Arbeitszeugnis moechte. Ich glaube noch nicht daran, dass es bis am Abend geschrieben ist.

Das einzige was heute noch wirklich interessant ist, ist der grosse Tanker der gestern Abend am Jetty angelegt hat. Ein wirklich eindrueckliches Boot. Diesmal hat die BRO ETIENNE angelegt. Dieser Tanker wird von der Firma Broström aus Schweden betrieben und ist in Marseille registriert. Faehrt also unter Franzoesicher Flagge. Der Kahn wurde 2004 gebaut. Ist also ziemlich neu.

Die Tanker die in Sierra Leone anlegen, bringen meisten Produkte gleich fuer alle Oelfirmen im Land. Diemal bringt der Kahn eine Ladung fuer Safecon, Majestic Oil und Total. Die Produkte unterscheiden sich jedoch nicht. Sie kommen aus dem selben Tank. Folglich verkaufen die Firmen im Land alle das selbe Produkt. Nur das Drumherum unterscheidet sich. Dies dafuer gewaltig 😉

Auf dem Tanker arbeiten nur gerade 23 Leute. Fuer die Groesse irgendwie wenig. Und es sind nur 2 Nationalitaeten vertreten. Franzosen und Philipinos.

So, Zeitmangel….

Blick von der Kommandobruecke auf den Tanker

Der Scheff

6 zylinder 11500 PS Schweroel-Motor, Zylinderdurchmesser 0.5m, Hub 1.91m 😉

Streetlive

10. September 2008

Verkehr

Was soll man da sagen. Es ist einfach komplett anders, als ich es mir von Europa (Ukraine ausgeschlossen) gewoehnt bin. Der Verkehr ist ueberhaupt nicht geregelt, aber funktioniert doch irgendwie.

Das Bild ist so typisch fuer Freetown/Sierra Leone. Es wiederspiegelt schoen einige Punkte des Sierra Leonischen Lebens:

  • Es gibt extrem viele alte Mercedes im Land
  • ALLE Leute sind extrem glaeubig. Siehe CD die am Rueckspiegel haengt und Kleber auf Beifahrerseite.
  • ALLE Leute sind fanatische Fussballfans. Aber nicht etwa von Sierra Leonischen Teams. Nein, JEDER unterstuetzt ein europaeischer Klub. Siehe Wimpel am Rueckspiegel.
  • Der Verkehr ist ein pures Chaos. Siehe aus dem Fenster.
  • Schubkarren erhoehen den Verkehrsfluss in keinster Weise
  • Fussgaenger sind ueberall und leben extrem gefaehrlich. Trottoirs gibt es naemlich fast keine. Die meisten Gehsteige sind Abwasserkanaele neben der Strasse, welche mit Betonplatten ueberdeckt wurden. Einige Platten fehlen jedoch. Man muss waehrend des laufens stets konzentriert sein, wo man seinen naechsten Fuss hinsetzt. Etwa 30 Sekunden nachdem ich dieses Foto geschossen habe, wurde ich Zeuge von einem Unfall. Ein Maedchen wollte die Strasse ueberqueren und wurde vom Auto vor uns angefahren. Uebel.
  • Es gibt viele „Hondas“, welche auf halsbrecherische Weise versuchen vorwaerts zu kommen.
  • Taxis haben auf der Seite einen gelben Streifen. Siehe rotes Auto hinter weissem Mercedes.
  • Fussgaenger tragen alle Lasten auf dem Kopf und nichts in der Hand. Siehe Frau hinter blauen Podapoda
  • Polizeiautos koennen locker Innerorts mit 80km/h ueberholt werden

„Oeffentliches Verkehrsmittel“ mit grossem Beitrag zur Klimaerwaermung

Das waren noch zivilisierte Zeiten.

Dieses lustige Gefaehrt war vor einigen Jahre auch auf den Schweizer Strassen anzutreffen. Unsere Regierung hat dann aber 2005 ueber 100 dieser Pinzgauer der Sierra Leonischen Armee geschenkt.

Im folgenden kleinen Filmli ist zu sehen, was auf den Strassen in Freetown so abgeht:

Bauten

Anscheinend ist das Grundstueck in der Stadt gefragt.

Was wir in Europa an Grossanlaessen antreffen (das rote Haeuschen), dient in Sierra Leone als TeleCenter (hier werden Prepay-Karten fuer Mobiltelefone verkauft)

Geruestbau nach Sierra Leonischer Art

SLUVA statt SUVA

Werbung

In Sierra Leone ist der grossteil der Werbung nicht geklebt, sonder gemalt. Das sind zum Teil richtige Kuenstler.

Gemalte Werbung

Esst doch bitte keine Menschen Affen

Im ganzen Land findet man Werbung zur bekaempfung von HIV/AIDS. Die Regierung unternimmt extrem viel um nicht eine Situation wie in anderen afrikanischen Laendern zu kriegen. Ich hoffe es nuetzt. Die Leute werden animiert:

  • Abstinent zu leben
  • Beim Sex Kondome zu verwenden (kostet nur Le200=7Rp fuer 3 Kondome)
  • Sich einem gratis HIV/AIDS Test zu unterziehen
  • Gratis HIV/AIDS Medikamente zu schlucken

Zukunft

Vor einiger Zeit habe ich mal geschrieben, dass eine Mobilfunkfirma sich umbenannt hat. Im ganzen Land wurden darum Mauern und Haeuser umbemalt. Eine grosse Wand in Freetown wurde angefangen umzumalen. Aus irgend einem Grund haben sie dann gestoppt und nicht mehr weitergemacht. Vielleicht haben sie das einfach vergessen. Bin ja gespannt wie lange das so bleibt.

Das Land ummalen

Werbungen im Spital von Mokanji

„Werbung“ in Krio an der Mauer vom Verteidigungsministerium: NOR PISS YA!

Skuriles

Wieviele Touristen haben echt da schon was reingeworfgen und sich gefragt warum die Postkarten (habe ich noch nie in diesem Land gesehen) nie angekommen sind?

Etwa das gleiche Thema wie im Bild vorhin. Sieht schoen aus, funktioniert aber wahrscheinlich nicht. In der ganzen Stadt gibt es neuere Telefonzellen, wie wir es aus Europa kennen. Die meisten sind aber ausser Betrieb. Seit alle Leute ein (meistens mehrere) Mobiltelefon haben, telefoniert niemand mehr Festnetz.

Eine ganz spezielle Methode wie man das Rattenproblem hierzulande loest

Bumbuna und Nationalpark zum dritten

9. September 2008

Dieses Wochenende hats endlich geklappt. Der Trip nach Bumbuna und den Nationalpark in Kamakwie war geplant. Der Plan um 7 Uhr loszufahren konnte aber natuerlich wieder mal nicht eingehalten werden.

Den grund fuer die Verzoegerung haben wir am Donnerstag Abend per Mail erhalten:

Unfortunately this is africa. Nils was called that the car license has expired. Therefore the driver has to go to the Sierra Leone Road Authority at Kissy Road to renew it. The SLRA opens at 08.00 AM so our trip will delay for several hours.
I am afraid that the whole procedure will take hours. Normally a driving/car license takes about a day (TIA:This is Africa) but with the right contacts it took me 3-4 hours. Hopefully the driver has better contacts! After arranging the license he is going to pick us all up at our houses. Probably the traffic will be tough so this will take some more time.

Gegen 11 uhr waren wir dann endlich unterwegs. Nach einigen Stunden Autofahrt erreichten wir Bumbuna. Nach 3 verschiedenen Checkpoints waren wir dann endlich weiter als beim letzten mal. Dass im Einladungsbrief das Datum des letzten Wochenendes stand, hat entweder niemand gemerkt oder gestoert. Vielleicht konnten die Sicherheitsleute auch einfach nicht lesen.

Im Gelaende mussten wir dann zuerst mal beim Ingeneur vorsprechen und erklaeren wer wir sind und was wir wollen. Weil wir eigentlich ein Wochenende frueher eintrudeln sollten, haben sie nicht mit uns gerechnet. Und es war eben auch noch 16.00h am Freitag. Nicht gerade der beste Zeitpunkt um was zu wollen. Uns wurde erklaert, dass wir nur denn Damm sehen koennen und nicht die Turbinene. Dort sollen Hochspannungstest durchgefuehrt werden und das sei zu gefaehrlich. Schon moeglich. Aber nicht am Freitag Abend. Ich war aber schon froh, dass wir ueberhaupt noch die Moeglichkeit kriegten, denn Damm zu bestaunen.

Wie schon einmal erwaehnt, wird an dem Bau seit 30 Jahren geplant und gebaut. Was kann man anderes erwarten, wenn einen Italienische Firma in Afrika baut ;-). Die Firma heisst Salini Costruttori und hat Projekte auf der ganzen Welt. Der Auftrag in Sierra Leone betraegt 80 Millionen Euro und behinhaltet den  Bumbuna Damm und eine Strasse zwischen Masiaka und Bo. Boese Zungen behaupten das es so lange dauert, weil die Arbeiter in der Region nach Gold schuerfen statt zu arbeiten…

Bumbuna Staumauer

Hinten: Madleine, Ann, MJ, Marco, Nils, Guide, Erwin der Hollaender. Vorne: Dale und Ali

Einer der 2 Ueberlaufe und ein grosser blauer Helm.

Blick von der Staumauerauf das Generatorhaus und den Auslass.

Was gibt es schoeneres?

Der Damm war eindruecklich, aber nicht besonders gross. Bumbuna generiert nur gerade 50MW, wenn es dann mal so weit kommen sollte. Irgendwie hatte ich die Grande Dixence groesser in Erinnerung. Recherchenarbeit im Internet gab mir dann auch recht. Die Grande Dixence ist zur Zeit noch die zweitgroesste Talsperre auf der Welt und erzeugt rund 1200MW. Also rund 24 groesser als Bumbuna.

Viel eindrueckicher als der Damm war diese Schnecke

Nach einer rund einstuendigen Fuehrung gings weiter in den Norden nach Kamakwie. In Makeni legten wir um 7 Uhr einen Stopp ein. Um diese Zeit geht die Sonne unter. Eigentlich nicht wirklich speziell, ausser man reist mit Muslimen. MJ und Ali der Fahrer sind Muslime und haben zur Zeit Ramadan. Weil sie den ganzen Tag nicht gegessen und getrunken haben, waren sie langsam hungrig. Als Dinner gabs wie eine Woche zuvor Grillmeat. Lecker.

Auch unser Auto verspuehrte Durst. Darum versuchten wir Diesel aufzutreiben. An den 3 Tankstellen gabs naemlich keinen Tropfen Diesel mehr. Was in Europa unvorstellbar ist, passiert hier haeufig. Spielt aber keine Rolle. Fuer das gibts einen Schwarzmarkt. Das komische daran ist, dass der Sprit auf dem Schwazmarkt billiger ist, als an den offiziellen Tankstellen. Der ganze Treibstoff wird bei von Angestellten von Minen, Oelfirmen und aus Regierungsfahrzeugen gestohlen und dann weiterverkauft. Eine nicht unterstuetzenswerte Sache, aber leider ist man darauf angewiesen.

Treibstoffschwarzmarkt

Der Treibstoff kauft man in gelben Kanistern. natuerlich weiss man nicht genau, wieviele Gallonen man wirklich kriegt. Leider ist man aber nie sicher was einem angedreht wird:

Sichtbare „Qualitaet“ des Schwarzmarkt-Diesels

Nachdem wir 3 Schwarzmarkthaendler abgeklappert haben, hatten wir die 10 Gallonen zusammen und konnten nach Kamakwie weiterfahren. Die Strasse war zum Teil recht uebel aber mit unserem 4×4 locker machbar. Um Mitternacht kamen wir dann endlich an und durften bei Verwandten von MJ uebernachten.

———————–

Nach einer erholsamen Nacht in bequemen Betten gings um 7 Uhr in den Outamba-Kilimi Nationalpark. Nach 15km Rally-Piste kamen wir beim Little Scarcies River an. Zum Glueck hat es nicht zu stark geregnet. Sonst waere hier Schluss gewesen. Bei gutem Wetter kann man den Fluss mit der „Faehre“ ueberqueren.

Faehre

Outamba-Kilimi National Park

Nach einer kurzen Fahr waren wir dann endlich beim Nationalpark. Der Guide erklaerte uns die Preise (Le7000 Eintritt), dass die Elefanten weitergezogen sind, dass wir aber Nilpferde, Bueffel, Affen,… sehen koennen. Gut. Um aber in das eigentlich Reservat zu kommen, mussten wir noch einmal einen Fluss mit einem Boot ueberqueren. No problem, wir hatten ja einen Guide und ein rotes Boot. Dieser Service sollte uns pro Person Le10000 kosten. Schoene abzockerei. Zum Vergleich: Fuer die Fahrenefahrt von Tagrin nach Freetwon zahlt man Le5000 in der FirstClass.

Ein knall rotes Boot

Nach der Ueberfahrt gings unspektakulaer weiter. Wir wanderten ein paar Stunden umher und fanden ausser EINEM Affen, vielen Ameisen und ein paar Schmetterlingen kein einziges grosses Tier. Wegen der Regenzeit ist das Gras sehr hoch und darum sieht man nichts, hat man uns erklaert. Ich glaube aber, dass der Krieg und die Armut und der Hunger der Menschen die Biodiversitaet nicht gerade unterstuetzt…

Dschungelwanderung

Als wir den Park wieder verlassen hatten, verlangte der Guide Le150’000 von uns. Irgendwie ein bisschen viel, fuer dass wir nichts gesehen hatten. Er wollte von jedem von uns Le10000 fuer eine Elefanten-Safari. Nachdem Ali und MJ rund eine Stunde mit dem Guide gestritten hatten, zahlten wir Le80’000. Waehrend dieser Stunde hatten wir lustigerweise extrem viele Affen gesehen. Wir haetten besser den ganzen Tag an diesem Ort verbracht und gewartet bis die Tiere vorbei kommen.

Wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss geklaut!

Nach der Rallyfahrt zurueck nach Kamakwie, verbrachten wir den Nachmittag in diesem wunderschoenen kleinen Dorf.

Mit weisser Haut und einer Kamera steht man hoch im Kurs bei den Kindern

Die „Virgin Show“ am Abend hatten Ann und ich leider verpasst

Abendstimmung bei einem Reisfeld in Kamakwie

Morgenstimmung bei einer Tankstelle in Kamakwie

Nach einer weiteren Nacht in Kamakwie gings am Morgen wieder zurueck nach Freetown. Auf der Strasse war wieder richtig was los:

Waeren da nicht die Verkehrsteilnehmer, wuerden die Strassen richtig zivilisiert aussehen…

Die ueblen Strassen der letzten Tage hat unseren Reifen recht zugesetzt. Was wir auf den Rally-Strassen nicht merkten, kam auf den guten Europaeischen Strassen zum Vorschein. Unser Auto vibrierte wie gestoert. Nach einem Halt merkten wir auch warum. Einer unserer Reifen war komplett abgefahren. Es kamen schon die Metalldraehte aus dem Gummi und der Pneu war bereits oval. Nach wenigen Minuten war das Problem behoben. Ich bin ja gespannt was die Vermieterin gesagt hat. Wir haben ihr naemlich erzaehlt, dass wir das Auto nur auf der Freetown-Halbinsel brauchen. Haetten wir gesagt, dass wir in die Provinzen fahren, haetten wir viel mehr fuer die Miete bezahlen muessen. 150$ war aber auch schon genug.

Reifenpanne

Weil wir am fruehen Nachmittag schon wieder in Freetown waren, gings wie letztes Wochenende an den Kent-Beach und verbrachten den ganzen Nachmittag bis zum Sonnenuntergang am Strand. Ich denke Bilder sagen mehr als 1000 Worte:

Kent-Beach

Ali, Mohammad, Ann, MJ, Ich und Nils

Ohne Worte

Auf dem Weg zurueck nach Freetown wurden wir wieder mal Zeuge vom Sierra Leonischen Verkehrssystem. Auf der 2-spurigen Strasse (1 Spur je Richtung) fuhren wir auf einmal auf 3 Spuren. Nach einer Weile ging nichts mehr. Kein Vorwaertskommen. Darum startete Ali eine vierte Spur auf dem Trottoir, in der Gosse und ueber Abfallablagerungen. Irgendwann war aber auch dann Schluss. Einheimische zeigten uns, wie man ueber Schleichwege durch Marktstaende und Autoabstellplaetze wieder einige Meter gewinnen konnte. Als wir zurueck auf die Strasse kamen, sahen wie den Grund fuer den Verkehrskollaps. Aus der Stadt wollten die Leute auch 3-spurig rausfahren. Irgendwo gabs dann ein grosses Durcheinander und die Auto hatten sich schoen ineinander verkeilt, dass man weder vorwaerts noch rueckwarts konnte. Herrlich, Autos in 3 Spuren treffen auf Autos auf weiteren 3 Spuren auf einer 2-spurigen Strasse. Zum Glueck hatten wir einen 4×4 und eine super Fahrer.

Lang lebe der Präsident

5. September 2008

Ich nenne hier an dieser Stelle mal kein Land oder Namen von Personen, da ich nicht in die Politik eingreifen moechte und mir nicht 100% sicher bin, ob die folgende Geschichte der Wirklichkeit entspricht. Nennen wir die Region mal Loewenhuegel. In dieser Region gab es vor ein paar Tagen einen kleinen Knatsch. Im Parlament waren die Staatssalaere, Renten und andere Verguetungen traktandiert. Der Parlamentssprecher kuendigte eine Erhoehung der Salaere fuer den Praesidenten und den Vize-Praesidenten an. Es gab zu viele offene Fragen, warum die Parlamentarier den Antrag auf spaeter verschoben. Irgendwie ist dann aber ein brisantes Dokument mit dem Antrag an die Oeffentlichkeit gelangt. Darin wird eine Erhoehung des Praesidentensalaers von 2 Millionen Geld (670$) auf 25 Millionen Geld (8330$) pro Monat vorgeschlagen.

Das ist aber noch nicht alles. So ein Praesident und Vize-Praesident hat natuerlich auch Auslagen:

  • 10000$/Jahr fuer die Bueromiete und 1500$/Mt fuer sonstige Buerokosten
  • Bueroangestellte: Assistent 500$/Mt, Sekretaer 250$/Mt, 2 Bueroboten je 125$/Mt
  • Eine Unterkunft: 12500$/Jahr
  • 6500$ fuer Moeblierung und 2000$ fuer Unterhalt alle 4 Jahre
  • 6 Hausangestellte fuer total 900$/Mt
  • 1000$/Mt fuer Rechnungen die der Praesident kriegt

Als Pension gibts 40% vom monatlichen Lohn. Stirbt der Praesident, kriegt die Wittwe 75% des monatlichen Salaers fuer 12 Jahre. Hat der Praesident mehrere Frauen (!) muss die Rente gleichmaessig aufgeteilt werden.

Da ein Praesident/Vize-Praesident auch Reisebeduerfnisse hat, darf er und seine Frau fuer maximal einen Monat nach Europa in die Ferien. Geflogen wird Business. Ein Angestellter darf auch micht, aber „nur“ Economy.

Der Praesident/Vize-Praesident muss natuerlich in Loewenhuegel auch von A nach B kommen. Darum gibts noch ein paar Autos:

  • VIP Car, Eskort Wagen und ein Auto, 150$/Mt pro Fahrer und 1500$/Mt Unterhaltskosten

Wie das so aussehen koennte, wenn ein Praesident vorbeifaehrt, kann im folgenden Viedo gesehen werden:

Gestellte Szene

Natuerlich haben den Vorschlag nicht alle Leute im Land gut gefunden. Viele Leute verdienen naemlich nur 100$/Mt oder sogar weniger. Wenn man bedenkt das eine Familie einen 50kg Sack Reis pro Monat isst und dafuer rund 40$ zahlt.

BBC hat darum die Story aufgegriffen und ueber ihr Radioprogramm in der ganzen Welt verbreitet. Fuer die Regierung wurde es ein bisschen muehsam, darum musste der Praesidenten-Berater zuruecktreten. Er nahm die ganze Schuld auf sich, weil er den Praesidenten und Vize-Praesidenten ueber die Lohnerhoehung nicht informiert hat. Zum Glueck waren die 2 nicht informiert, sonst haetten sie vielleicht selbst zuruecktreten muessen. Sie hatten eben schon ein kleines Problem mit Drogen. Das hat sich aber auch geloest, weil der Transportminister entlassen worden ist. Eine andere dumme Angelegenheit ist, weil Anhaenger der Regierungspartei das Hauptquartier der Opposition gestuermt haben. Das wiederum fanden die Oppositionsanhaenger nicht gut und gingen vor dem Statehouse demonstrieren. Die Oppositionellen und sogar Journalisten wurden dort freundlicherweise von der Polizei niedergeknueppelt.

Da der Ruf nun auf der ganzen Linie ein bisschen Schaden genommen hat, will der Praesident ihn wieder ein aufpolieren. Darum hat er ein neues Gesetz erlassen. Der Praesident und andere hohe Leute muessen jaehrlich und wenn sie kuendigen ihr Vermoegen der Antikorruptionskommission preis geben.

Einstellungssache

Wenn man die Geschichte so mitverfolgt, koennte man meinen, dass das Geschehende in einem afrikanischen Land gar nicht so unueblich ist.

Entwicklungshilfe

4. September 2008

Samuel hat mich mit seinem letzten Kommentar :

Samuel: kuhl. d russe händ ihren schrott also au uf afrika exportiert 🙂

auf eine neue Idee fuer einen Beitrag gebracht.

Und zwar ist es eine ganz freche, vielleicht aber wahre Unterstellung. Auf dem Weg mit der Faehre von Tagrin zurueck nach Freetown habe im Hafen folgendes Bild gesehen:

Ich nehme mal schwer an, dass diese Faehren irgendwo auf der Welt schon im Einsatz waren, bevor sie nach Sierra Leone kamen. Wahrscheinlich waren die Schiffe in Form von Entwicklungshilfe von einer Regierung gesponsert worden. Hier in Afrika haben sie dann nochmals fuer mehrere Jahre im Dienst gestanden, bis aus Altersschwaeche oder mangelnder Wartung nicht mal mehr afrikanischen Sicherheitsstandars entsprochen haben. Nun sind fleissige Leute daran die „Entwicklungshilfe“ zu verkleinern und zerstueckeln um das ganze als Alteisen nach Europa zu verschiffen. Bei den jetzigen Eisenpreisen kann man damit schoen reich werden. Fuer eine Tonne kriegt man zur Zeit ueber 500$. Einheimische haben mir erzaehlt, dass Ende Jahr 2 „neue“ Faehren aus Holland eintreffen. Nimmt mich ja wunder, wie lange die jetzigen 2 alten Faheren dann noch im Einsatz sind, bevor sie als Alteisen zurueck nach Europa verschifft werden. Irgendwie habe ich das Gefuehl, dass die derzeitige Situation auf dem Alteisenmarkt nicht gerade gut ist fuer die Wartung von Geraeten, die zu einem grossen Teil aus Eisen bestehen…

Fazit: Ich unterstuetze von nun alle westlichen Regierungen ihre alten Faehren, Lastwagen, Flugzeuge, Helikopter und Armeematerial nach Sierra Leone zu schicken. Wenn ich dann mit meinem Studium fertig bin, komme ich zurueck und steige ins Alteisengeschaeft ein.

Lungi International Airport

3. September 2008

Fuer 2 Tage kann ich bei AirTotal arbeiten. Dies ist der Bereich von Total der fuer den Flugzeugtreibstoff zustaendig ist.

Darum bin ich gestern um 2pm BMT mit der Faehre von Freetown nach Tagrin getuckert. Um 2 war ich jedoch noch im Buero. Hat aber trotzdem auf die 2 Uhr-Faehre gereicht ;-). Fuer Le5000 konnte ich die 45 Minuten Fahrt in der FirstClass unter Dach im Trockenen geniessen .

M.V. Murzuk in Tagrin

Total hat in Sierra Leone das Monopol auf Flugzeugtreibstoff. Offiziell wird das Produkt Jet A-1 genannt. AirTotal ist beim Lungi International Airport gleiche neben dem Rollfeld angesiedelt. Herrlich. Leider ist dieser Flughafen ziemlich klein. Darum gibts nicht so viele Flugbewegungen. Aber trotzdem eine super Erfahrung. Gestern Abend konnte ich aufs Flugfeld mitgehen und zusehen wie eine Bellview Boing 373-200 getankt wurde. Laut und interessant. Weniger laut gings bei der Betankung des MIL MI-8 Helikopters der UTair zu und her. UTair betreibt einen Helikopter-Shuttleservice zwischen Lungi und Freetown. Der Spass kostet 70$.

AirTotal Lungi International Airport

Auf dem Foto sind folgende Flugzeuge (von mir) zu erkennen: eine Antonow An-12, 2 Mil Mi-8 Helikopter und eine Brussels Airlines Airbus A330.

On the Road again

1. September 2008

Das Wochenende startete fuer Herr Jakob schon am Donnerstag Abend, und zwar recht feucht. Ich musste knapp 5 Minute laufen und wurde ziemlich verschifft. Es hat innert kuerzester Zeit wieder mal runtergeschuettet was es konnte. Hier ein kleiner Eindruck davon:

Wie ich am Donnerstag im letzten Blogeintrag geschrieben habe, sollte der naechste Ausflug nach Bumbuna und den Nationalpark gehen. Beim Meeting mit den anderen Studenten hat sich dann aber herausgestellt, dass nicht alle die selben Praeferenzen fuer das bevorstehende Wochenende hatten. Nach 3 Stunden ermuendender Diskussionen stand das Programm fest. Bo und Kenema. Auch gut fuer mich. Ich war zwar schon in Bo, habe aber wegen des Regens nicht viel gesehen. Nach Bumbuna und National Park gehts vielleicht naechstes Wochenende. Bin ja gespannt ob ich jemals dorthin gehen kann.

Freitag:

Um 8.30AM WMT (White-Man-Time) standen Mohammed und ich bereit um vom Fahrer abgeholt zu werden. Um 9 haben wir uns dann mal erkundigt was los ist. Die Karre machte Probleme (obwohl sie am Donnerstag in der garage war). TIA – This is Arfica.

Um halb 5 am Abend konnten wir dann mit einer Verspaetung von sage und schreibe 8 STUNDEN starten. Das laeuft sogar fuer Black Man Time unter Verspaetung.

Kurz nach Freetown wurden wir fuer die Verspaetung mit dieser Sicht entschaedigt

Nach 5 Stunden Autofahrt sind wir (Nils, Mohammad, Madleine, Ann, MJ, Ali der Fahrer und ich) dann endlich in Bo angekommen. Dort hat uns James in Empfang genommen und uns zu unserer Unterkunft gefuehrt. James ist der Boss vom Elektrizitaetswerk in Bo, wo Jaime sein Praktikum absolviert hat. Die Firma hat die ganzen Kosten fuer unsere Unterkunft uebernommen. Sehr lieb. Nach der Besichtigung unserer Schlafmoeglichkeit gings gleich weiter in die Black&White Bar. Nach einigen Star-Bier und mehreren kommunikationsfreudigen Fraeuleins gings dann alleine ab ins Bett oder weiter zum Vergnuegen zu zweit ins Guest House. Ali hat uns dann kurz erklaert was im Guest House so abgeht. Fuer 50’000 Leone (16$) kriegt der Mann dort eine ganze Nacht Bettsport. Natuerlich ist dieser Preis das Erstangebot und wie alle anderen Preise verhandelbar.

Samstag:

Nach wenigen Stunden Schlaf ging das Programm um halb 6 weiter. Eigentlich wollten wir spaeter aufstehen. Uns wurde aber kurz vor dem ins Bett gehen eine merkwuerdige Sierra Leonische Tradition Gesetz erklaert. Jeden letzten Samstag im Monat muessen alle Sierra Leonen ihre Doerfer und Staedte reinigen. Dies dauert von 6 bis 10 Uhr am Morgen. Wer nicht mithilft kann sich unter Umstaenden vor dem Richter wieder finden. Darum mussten wir spaetestens  vor 7 Uhr aus der Stadt fluechten. Vor und nach Staedte gibt es auf den Strassen SicherheitsKontrollposten der Polizei. Dort mussten wir dann kurz erklaeren, dass wir direkt von Freetown kommen.

Nach einer zum Teil sehr holprigen Fahrt erreichten wir das Ende der Welt Goma in den Bergen Huegeln zwischen Bo und Kenema. Dort haben die Chinesen fuer das Sierra Leonische Volk eine 5.6 Megawatt Wasserkraft-Anlage hingebaut. Diese ermoeglicht den Staedten Bo und Kenema waehrend der Regenzeit eine 24h-Stromversorgung.

Der Stausee mit einem Marco im Vordergrund

Der Stausee (hinten), Ann, Ich, Mohammad, Nils, Madleine (vorne vlnr.) und Ali der Fahrer (rechts)

Wir hatten leider unser Schlauchboot vergessen

Dieser Turbine (eine von 4) verdanken die Leute ihr Licht

Ali und eine noch lebende Krabbe

Nach der Fuehrung wurden wir in der Kantine auf einen Drink eingeladen. Sogar unser Auto erhielt einen Tropfen. In dieser Region kein Sprit mehr zu haben ist eine Erfahrung, die ich eigentlich nicht sammeln moechte. Mit 2 Gallonen mehr im Tank gings dann Richtung Kenema weiter.


In Kenema besuchten wir dank James dann das Elektrizitaetswerk. In der Regenzeit produsiert das Kraftwerk in Goma genug Strom fuer Bo und Kenema. Die Stromleitung vom Goma-Damm geht nach Kenema und wird dort dann weiter nach Bo geleitet.

John, der Student aus Nordirland hat in Kenema am Polytechnikum die Maschinenbauer unterrichtet. Wir wollten darum genau wissen, wo er gearbeitet hat. Der Campus ist recht herzig. Und er wird von noch herzigeren Tieren bewacht…

Afrikanischer Wachhund

Nach diesem Besuch standen die Diamanten auf dem Programm. In Kenema ist die Hochburg der Diamantenhaenlder. Darum war es auch nicht schwer einen Ort zu finden, um Rohdiamanten zu betrachten. Unglaublich wie klein und teuer die Dinger sind. Fuer das kleine Stueck im Foto verlangte der Dealer 400$. Natuerlich ist das zu hoch. Aber auch 200$ ist noch viel Geld fuer ein kleines Stueckchen Glassplitter.

Nach der Diamantenbesichtigung wollten wir die Stadt sehen. Stadt ist ein bisschen uebertrieben. Kenema ist eher ein groesseres Dorf und im Verlgeich zu Freetown extrem ruhig. Ruhig bedeutet aber nicht gewaltlos wie auf dem Folgenden Foto zu erkennen ist:

Die Germanen wissen wieder mal nicht wie sich sich benehmen muessen im Ausland

Wie in jeder Sierra Leonischen Stadt gibts auch in Kenema einen Marco Clocktower

Noch was zur Taxi-Situation in der „Stadt“. Die ist inexistent. Es gibt nur „Hondas“ als oeffentliches Forbewegungsmittel. Und das ist wahrscheinlich nicht die sicherste. Das musste auch Ali erfahren. Als er die Strasse ueberqueren wollte, wurde er von einem Toeff angefahren. Sofort standen etwa 20 Leute um ihn herum und halfen und wollten wissen wie schlimm es um ihn steht. Zum Glueck war nichts ernstes passiert. War aber schoen zu sehen, wie sich die Sierra Leonen um einen kuemmern falls was passiert.

Danach gings „heimwaerts“ nach Bo. Es war bereits wieder Abend und der Ausgang stand auf dem Programm. Zuerst mussten wir aber noch Energie reinhauen. Ali hatte am Vortag Grillmeat und Brot gegessen. Das war so lecker, dass ich es auch probieren musste. Man kriegt das ueberall auf der Strasse. Man muss nur dem Duft nachlaufen.

Strassenkueche

Gestaerkt gings fuer ein paar Star in eine Beiz. Weil Nils, MJ und ich danach immer noch durstig waren gings fuer uns von dort weiter zu Black&White. 5 Sekunden nachdem wir dort waren, auf dem Weg zur Bar, versuchte schon ein moechtegern sich unsere Wertsachen anzueignen. Es blieb beim Versuch. Nach einigen Stunden war auch fuer uns genug. Wir steuerten den Ausgang an. Dies bemerkte auch der mit wenig Intelligenz gesegnete Kleinkriminelle. Auch beim zweiten Versuch scheiterte er. Nils wies ihn in „hoeflichem“ Ton an, seine Taetikeit doch zu unterlassen.

Sonntag:

Die Nacht war sehr erholsam und startete wieder mit einem leckeren Fruehstueck. Mit dem Auto machten wir uns dann zur Radio Station auf. Das ist ein Huegel bei Bo, auf dem das staatliche Radio und BBC ausgestrahlt werden. Die Sendestation ist in der ehemaligen Residenz von Siaka Stevens, einem der ersten Praesidenten von Sierra Leone. Ein wunderschoenes, leider verlottertes Haus.

Vom Huegel aus hatte man eine wunderschoene Sicht. Die Natur ist einfach so herrlich in Afrika. Beneidenswert.

Nach dem Ausflug war die Kirche fertig und somit James als Reiseleiter wieder verfuegbar. Er zeigte uns „sein“ Elektrizitaetswerk in Bo. Wi erwaehnt, kommt der Strom in der Regenzeit von Goma/Kenema. In der Trockenzeit laeufts anders. Dann erzeugen 4 riesige Generatoren dank Schweroel den Strom. Dieser wird dann von Bo auch nach Kenema geschickt. Es reicht aber nicht fuer eine Flaechendeckende Stromversorgung. Darum gibt es im Kontrollraum so lustige Schaltkaesten, mit denen man nach belieben steuern kann, welche Region Strom hat und welche nicht. So wird das wohl auch in Freetown von einem ganz fiesen Arbeiter gemacht.

So viel Macht haben ist schoen

Eine weitere wunscherschoene Moschee

A propos Muslime. Die haben heute den Ramadan angefangen. Bin ja gespannt wie das wird, wenn 60% der Bevoelkerung den ganzen Tag nichts futtern darf.

Nach einem Spaziergang durch Bo und einer weiteren Portion Grillmeat gings zurueck nach Freetown.

Um das wunderschoene Wochenende ausklingen zu lassen, gingen wir kurz vor Sonnenuntergang nach Kent ans Meer. Der Strand ist auch hier wunderschoen. Und das Wasser angenehm warm. Unsere 2 afrikanischen Freunde waren allerdings anderer Meinung. Die hatten kalt 😉

Kent Beach